 |
New York (ml)
Als heute morgen die Sonne aufging, konnte man sie als leuchtenden Ball am
Himmel sehen - verdeckt durch eine Rauchwolke, die sich vom Süden Manhattans
in Richtung Norden ausbreitet. Bürgermeister Guiliani fordert die New Yorker
auf, zuhause zu bleiben und die Fenster zu schliessen.
Manhattan ist in drei Sperrzonen unterteilt. Alle Häuser im Süden Manhattans
wurden evakuiert. Wer hier wohnt, darf nur nach einer strengen
Ausweiskontrolle in seine Wohnung zurück. Polizei und Nationalgarde bewachen
jede Strassenecke. Ausserhalb des Financial Districts geht die Sperrzone bis
zur Canal Street, der Hauptstrasse in China Town. Wer unter dieser Grenze
wohnt, kann diese Gegend nur mit Ausweis betreten. Zwischen Canal Street und
der Houston Street ist die dritte Sperrzone. Auch hier gilt Ausweispflicht,
die allerdings locker gehandhabt wird. Bis zur 14. Strasse geht die Grenze
in der man mit dem Auto fahren darf. Die Ubahn fährt weiterhin, auch in die
Sperrzonen. Nur ein paar U-Bahn-Stationen sind gesperrt, und zwar jene, die
im direkten Umkreis des World Trade Centers sind. Wer mit der U-Bahn vom
Norden Manhattans nach Brooklyn möchte, fährt zum Teil durch leere
U-Bahn-Stationen hindurch, die gesperrt sind.
Was im Fernsehen nicht berichtet wird, ist die Stimmung in der Stadt und auf
welche Weise die Menschen hier zusammenhalten. An Bushaltestellen und
Hauswänden appellieren Schilder zur Blutspende. Einige Restaurants
spendieren ein Mittagessen wenn man nachweisen kann, daß man bei der
Blutspende war. Die Rettungsmannschaften arbeiten rund um die Uhr. Viele New
Yorker bieten ihre Hilfe an, um bei der Bergung zu helfen. Wir sind gestern
Abend mit einem Truck direkt zum World Trade Center gefahren um Getränke und
Sandwhiches zu verteilen.
Weitere
Berichte:
Die
Menschen gehen auf die Straße
Der Zustand im "Ground Zero"
Das Ende des World Trade Centers
"Es regnet Menschen"
© NewYork-Stories.com
|
 |