Back to normal

18. September 2001

 
 

New York (ml) Eine Woche nach dem Attentat auf das World Trade Center, bei dem beide Türme und mehrere angrenzenden Gebäude eingestürzt sind, kehrt New York wieder zur Normalität zurück - zumindest versucht das jeder hier.
Die Anzahl der Vermissten wird nun mit über 5400 beziffert, erst 200 Leichen wurden geborgen. Dennoch rief Bürgermeister Giuliani erneut zum Zusammenhalt auf und motivierte die New Yorker zum "Back to Normal"

"Zurück zur Nomalität" kann man diesen Zustand, der in New York herrscht, nicht ganz nennen. Vielmehr ist die Stadt noch näher zusammen gewachsen. Vor dem Attentat war New York eine hektische Stadt, keiner sah dem anderen in die Augen und die Obdachlosen in der U-Bahn empfand man als störend.

Das gehört der Vergangenheit an. Die neue Normalität gibt allen New Yorkern ein grosses Wir-Gefühl: Polizisten, die jeden Strassenblock im Süden Manhattan bewachen, begrüßen Passanten, die zur Arbeit gehen, oder sich eine Zeitung kaufen. Menschen, die sich vorher nie kannten, kommen ins Gespräch während sie am Donut-Stand an der Strassenecke in der Schlange stehen. Und auch die ärmsten der Stadt, die Obdachlosen, sammeln Geld für die Opfer. "Was man hier auf den Straßen gerade erlebt zeigt mir wieder, warum ich New York so liebe", sagte eine Frau heute früh eine Anruferin bei einem New Yorker Radiosender.

Normaliät heißt auch, daß wieder alle Brücken und Tunnel geöffnet sind und die Leute, die im Financial District arbeiten seit gestern wieder ihre Büros betreten konnten. Lediglich die Brooklyn Bridge ist noch geschlossen, weil der Süden Manhattans weiterhin für den Autoverkehr geschlossen bleibt.

Seit Sonntag Abend leuchtet auch das Empire State Building. Seit letzten Dienstag blieb das neue (alte) höchste Gebäude der Stadt dunkel. Nun leuchtet es in den Farben weiss, rot und blau - den Farben auf der amerikanischen Flagge. Das muß es auch. Es gibt den New Yorkern das Gefühl zurück, das schon wieder alles in Ordnung kommt und gibt denjenigen einen Grund zur Freude, die in den letzten tagen erfolglos versucht haben eine amerikanische Flagge zu kaufen - Die sind nämlich ausverkauft.

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