 |
|
Philipp Roßberg, 23
Student aus New York macht derzeit ein Praktikum in New York. |
Philipp Roßberg war
letzten Dienstag im Büro in der 57. Straße in Manhattan, 8km vom World
Trade Center entfernt:
Ich kam so gegen 9 Uhr ins Büro. Ich war wie jeden Tag mit der U-Bahn in
die Arbeit gekommen. Und schon rief ein Kollege ganz hektisch: "Philipp,
komm mal schnell in mein Zimmer". Ich dachte mir erst "Was hat der denn,
daß ich unbedingt so schnell in sein Büro kommen soll!" Ich hatte ja
keine Ahnung, was passiert ist. Von seinem Büro hatte man einen direkten
Blick zum World Trade Center. Er rief: "Das World Trade Center brennt".
Ich war schon auf dem Weg in sein Büro und antwortete nur mit einem
skeptischen "Jaja!" . "Das ist kein Scherz, komm mal schnell". Gerade in
dem Moment, als ich sein Büro betrat, sah ich auch schon den Feuerball,
als der zweite Flieger in den Südturm stürzte. Ich konnte das Flugzeug
zwar nicht sehen, aber die Explosion.
In diesem Moment ging mir nur eines durch den Kopf "Oh Gott! Die
Menschen die da jetzt alle drin sind. Das ist ja furchtbar". Ich stand
die ersten fünf Minuten nur da und habe aus dem Fenster geschaut. Dann
kamen ein paar Kollegen ins Büro, die davon auf dem Weg zur Arbeit
erfahren hatten. Sie sprachen davon, daß es sich um einen
Terroristenangriff handelte, was ich mir natürlich schon gedacht hatte.
Wir schalteten den Fernseher an, und dann klebten wir alle nur noch
fassungslos vor den Berichten von CNN und den Lokalsendern. Kurz darauf
erfuhren wir, daß auch das Pentagon angegriffen wurde. Da wurde mir zum
ersten Mal ein bisschen mulmig. Zwei Flugzeuge, da denkt man sich ja es
ist ein sehr koordinierter Angriff. Und wenn jetzt nun auch das Pentagon
angegriffen wurde - das sind doch DIE Symbole, die die Stärke und die
Macht ausmachen. Amerika hatte doch immer das Bild absoluter Stärke.
Wenn man nun plötzlich alles gleichzeitig angreifen kann, wo soll das
denn noch hinführen?
Das war schon sehr beängstigend.
Unser Chef schickte alle nach Hause. Da mein Fernseher zuhause in meiner
Wohnung in der 172. Straße nicht funktioniert, entschloß ich mich im
Büro zu bleiben um mir die Reportagen anzuschauen.
Letzten Dienstag wäre ich lieber in Deutschland gewesen. Doch ich werde
in New York bleiben und mein Praktikum hier durchziehen.
<--zurück |