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New York (ml)
- Für Freitag Abend wurden alle New Yorker mit Flugblättern, Emails und per
TV und Radio aufgerufen, ab 19 Uhr auf die Strasse zu gehen und eine Kerze
anzuzünden: "Whereever you are, light a candle and go outside" - "Wo Sie
gerade auch immer sind, zünden Sie eine Kerze an und gehen Sie nach
draussen."
Einige Menschen standen einfach auf dem Gehweg und hielten Ihre Kerze,
schützten sie mit den Händen vor dem Wind. Die meisten jedoch versammelten
sich an beliebten Plätzen wie zum Beispiel am Union Square. Dort standen
überall Kerzen, am Boden und an den Absperrungen. Die Anteilnahme war allen
ins Gesicht geschrieben. Ergreifende Szenen ereigneten sich an den Orten, an
denen Fotos von Vermissten angeschlagen waren, zum Teil umgeben von Kerzen
und Blumen. Man sah mehrere Leute, die sich umarmten oder weinend vor den
Fotos standen. Entweder, weil sie selbst jemanden kannten, der heute als
vermisst gilt - oder einfach zur Anteilnahme. Bei manchen Fotos standen nur
die Namen dabei und eine Telefonnummer der Freunde oder Angehörigen.
Besonders ergreifend waren die Suchmeldungen mit Angaben darüber, daß sich
die Vermissten zuletzt in den obersten Stockwerken der Towers befunden
haben. Standen da Zahlen wie "102nd Floor of the North Tower", spürte man
auch als Unbetroffener ein starkes Mitgefühl für diese verzweifelten
Menschen - die Wahrscheinlichkeit, daß jemand aus einem so hohen Stockwerk
geschafft haben könnte, war nicht sehr groß.
Mit Liedern und Musik versuchten andere Ihre Trauer und Fassungslosigkeit zu
verarbeiten. Unter den Menschen, die hergekommen waren um eine Kerze
anzuzünden befanden sich viele, die mit Transparenten für den Frieden
demonstrierten oder an die Regierung appellieren wollten, nicht mit Krieg
auf diesen furchtbaren Terroranschlag zu antworten.
Weitere Berichte:
Der Zustand im "Ground Zero"
Das Ende des World Trade Centers
Der Zweite Tag
"Es regnet Menschen"
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