Der Zustand im "Ground Zero" 14. September 2001
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New York (ml) - Mit einem Lastwagen fuhren wir auch heute wieder in das Gebiet "Ground Zero", um Trinkwasser und Lebensmittel an die Rettungsmannschaften zu verteilen. Dabei liessen uns die Wachen bis direkt an die Stelle heran an der einmal das World Trade Center stand. Von den stolzen Türmen sind nur noch Trümmerhaufen übrig. Auf einem Gebiet der Größe von 10 x 10 Häuserblöcken liegen Millionen von Tonnen Schutt und Asche. Das entspricht dem Jahresvolumen des erzeugten Mülls der gesamten USA.

Der Anblick ist erschreckend. Nur noch die Fassade streckt sich etwa 10 Stockwerke in die Höhe. Die umliegenden Gebäude sind zum Teil schwer beschädigt und drohen einzustürzen. Die Rettungsmannschaften suchen rund um die Uhr nach Verschütteten. Gestern Nachmittag konnten sie fünf Feuerwehrleute lebend bergen. Sie waren in Ihrem Auto vom Einsturz überrascht und verschüttet worden und warteten seit Dienstag früh in ihrem Auto auf die Rettung. Allerdings werden immer noch knapp 5000 Menschen in New York vermisst, die alle unter den Trümmern vermutet werden.

Da sich gestern der Wind drehte, blies die Rauch- und Staubwolke bis in den Norden Manhattans. Es roch nach verbranntem Plastik und feuchtem Beton. Viele Menschen auf der Strasse laufen mit Staub- und Gasmasken herum. Dies wirkt vorallem in der fast menschenleeren Sperrzone südlich der 14. Strasse gespenstisch. Heute soll die Zone nach Süden zur Canal Street verlegt werden. Die Ausweiskontrollen an der 14. Strasse gehören dann für immer der Vergangenheit an.

Bürgermeister Giuliani rief zur Rückkehr in die Normalität auf und bat die New Yorker zu versuchen, wieder ihrer Arbeit nachzugehen. Ferner riet er den Bürgern, Ihre Fernseh- und Radiogeräte auszuschalten und in den Central Park zu gehen und einmal abzuschalten, fernab vom "Ground Zero" und fernab von jeder Berichterstattung. Im Central Park traf man wie immer auf Jogger und Inline-Skater und verliebte Pärchen, die händchenhaltend über die Wiese liefen. Wenigstens hier ist die Welt noch in Ordnung und New York noch so, wie es früher einmal war.
 
                                  
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