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05.09.2010 - 13:23 Uhr
 
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Die Menschen gehen auf die Strasse
New York (ml) - Für Freitag Abend wurden alle New Yorker mit Flugblättern, Emails und per TV und Radio aufgerufen, ab 19 Uhr auf die Strasse zu gehen und eine Kerze anzuzünden: "Whereever you are, light a candle and go outside" - "Wo Sie gerade auch immer sind, zünden Sie eine Kerze an und gehen Sie nach draussen."

Einige Menschen standen einfach auf dem Gehweg und hielten Ihre Kerze, schützten sie mit den Händen vor dem Wind. Die meisten jedoch versammelten sich an beliebten Plätzen wie zum Beispiel am Union Square. Dort standen überall Kerzen, am Boden und an den Absperrungen.

Die Anteilnahme war allen ins Gesicht geschrieben. Ergreifende Szenen ereigneten sich an den Orten, an denen Fotos von Vermissten angeschlagen waren, zum Teil
umgeben von Kerzen und Blumen. Man sah mehrere Leute, die sich umarmten oder weinend vor den Fotos standen. Entweder, weil sie selbst jemanden kannten, der heute als vermisst gilt -  oder einfach zur Anteilnahme. Bei manchen Fotos standen nur die Namen dabei und eine Telefonnummer der Freunde oder Angehörigen. 
Besonders ergreifend waren die Suchmeldungen mit Angaben darüber, daß sich die Vermissten zuletzt in den obersten Stockwerken der Towers befunden haben. Standen da Zahlen wie "102nd Floor of the North Tower", spürte man auch als Unbetroffener ein starkes Mitgefühl für diese verzweifelten Menschen - die Wahrscheinlichkeit, daß jemand aus einem so hohen Stockwerk geschafft haben könnte,
war nicht sehr groß.

Mit Liedern und Musik versuchten andere Ihre Trauer und Fassungslosigkeit zu verarbeiten. Unter den Menschen, die hergekommen waren um eine Kerze anzuzünden befanden sich viele, die mit
Transparenten für den Frieden demonstrierten oder an die Regierung appellieren wollten, nicht mit Krieg auf diesen furchtbaren Terroranschlag zu antworten. 

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