|
|
 |
 |
Ein Schild am Fenster eines Cafes fordert Passanten auf zum Wählen zu gehen |
Im Radio, Fernsehen und sogar auf der Strasse werden die New Yorker aufgefordert zur Urne zu gehen. Aber man muss lange anstehen, um seine Stimme abgeben zu koennen. Und: Wer sich nicht registriert hat, der kann auch nicht waehlen. Anders als in anderen Staaten der USA erlaubt der Staat New York keine "registration on the election day".
Die Wahllokale wurden eingerichtet in Schulen und Turnhallen. Ich betrete die Grundschule PS 120 an der Ridge Street in der Lower East Side. Es begrüt mich sogleich eine der Wahlhelferinnen: "Bitte den Gang entlang und dann links". Der endlos erscheindende Gang ist tapeziert mit Kinderzeichnungen. Links um die Ecke komme ich in eine kleine Halle mit drei Schreibtischen. An einem sitzen zwei Polizisten der
|
|
 |
 |
"Hier geht's lang" in drei Sprachen |
NYPD. An den anderen zwei sitzen die Wahlhelfer, die die Wähler bei der Registrierung behilflich sind. Kleine aufgestellte Tischkarten weisen darauf hin in welcher Sprache man sich mit den Wahlhelfern unterhalten kann: Englisch, Spanisch und Chinesisch. Der spanisch sprechende Wahlhelfer hat alle Haende voll zutun, die englischsprechende wurde gerade frei - ich bin jetzt an der Reihe. Die nette Dame will nur meine Adresse wissen. Dann schickt sie mich zu in einen Raum, der wohl das Schul-Auditorium ist. Ueber 100 fest montierte Sitze und am Ende eine Buehne. Vor der Buehne sind noch einmal drei Tische (Englisch, Spanisch, Chinesisch). Fuer den chinesischen Tisch
|
|
 |
 |
| Präsidentschaftswahl per Flügelmutter |
interessiert sich niemand, dafür ist der spanische umso mehr beliebt. "Ich bin hier wohl in der Minderheit", denke ich und laufe auf den Tisch zu hinter dem die englisch sprechenden Wahlhelfer sitzen. Ich zeige meine Wahlkarte vor, werde nicht nach Ausweis oder sonstwas gefragt und muss anschliessend in einem dicken Buch meine Unterschrift hinterlegen. Doch siehe da: Meine Unterschrift stand schon dort! Die haben sie wohl von meiner Registrierung eingescannt. Ich unterschreibe direkt unter meiner bereits vorhandenen Unterschrift. Sorry, perfekt wird's nicht. Man schickt mich zu einer Kabine mit einem Vorhang. Dort stehe ich vor einer Tafel mit den Namen der Kandidaten. Rechts neben jedem Namen, bzw. Namenpaar (für Presiden/Vice President) ist ein kleiner Hebel, der ungefaehr wie eine Fluegelmutter aussieht.
|
|
 |
 |
| Der Hebel macht's offiziell |
Bevor ich meine(n) Kandidate(n) wählen darf, muss ich direkt vor der Wand etwa auf Kniehöhe einen grossen roten Hebel betätigen indem ich ihn von links nach rechts in die Stellung "Vote" bringe. Anschliessend drehe ich die "Flügelmuttern", die rechts neben der Namen stehen, um 90 Grad nach links. Dann stehe ich vor der Tafel und überprüfe meine Wahl nochmals. "Eigentlich idiotensicher", denke ich. Ich bin fertig und betätige den Hebel wieder nach links, die Flügelmuttern gehen in Ihren Ursprungszustand zurück und aussen an der Kabine leuchtet eine Lampe auf.
Fertig!
Meine Stimme wurde gezählt!