Stories about New York
and New Yorkers
 
 
05.09.2010 - 13:09 Uhr
 
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Die Geschichten der New Yorker Taxifahrer

Die Yellow Cabs gehören zu New York wie die Freiheitsstatue und das Empire State Building. Und die Taxifahrer, die "cabbies" haben immer viel zu erzählen. Ein weiser Mann hat einmal gesagt, dass die Welt von Friseuren und Taxifahrern geleitet werden sollte, weil sie auf alles eine Antwort wüssten und überhaupt immer über das Weltgeschehen bestens informiert sind. Aber auch wenn sie es dann doch nicht sind, so haben sie immer interessante Geschichten zu erzählen.

Spielzeugautos auf dem Armaturenbrett
Taxifahrer in New York kommen meistens aus Indien, Pakistan, Afghanistan oder irgeneindem anderen –stan. Manche tragen Turbane (die Sikhs), manche eine Brille. Die meisten stinken und/oder telefonieren während der Fahrt mit irgendwelchen Leuten. Vor 10 Jahren noch benutzten sie dazu aussagekräftige CB-Funkgeräte, die provisorisch unter dem Handschuhfach montiert waren, um sich während der Fahrt unterhielten sie sich während der Fahrt mit Freunden und Bekannten zu unterhalten. Anders als heute konnte man dem Gespräch ganz zuhören, als wenn das besonders aufregend gewesen wäre – man verstand ja doch nichts. Heute stöpseln sich die Cabbies Freisprecheinrichtungen in die Ohren, denn beide Hände müssen am Lenkrad bleiben. Außerdem ist New York einer von zwei Staaten in Amerika bei dem das Telefonieren während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung verboten ist. Doch diese Kabelchen werden von der NYPD nicht als „Einrichtung“ gesehen, und so kommt es recht of vor, dass Cabbies eine satte Strafe zahlen müssen wenn sie erwischt werden. Dabei ist es unerheblich ob sie telefoniert haben oder nicht. Allein der Tatbestand der „Bereitstellung“ ist schon strafbar. So erzählte mir neulich ein sehr aufgebrachter Taxifahrer, den ich auf dem Weg zum Flughafen herbeigerufen habe, dass er gerade bevor ich eingestiegen bin von einem New Yorker Cop angehalten wurde und zum Zahlen von 230 Dollar Strafe verdonnert wurde, weil sein Freisprechkabel vom Rückspiegel herabhing. Er hätte nicht mal telefoniert. Dem Cop war das egal, er kenne seine Pappenheimer. Es gäbe ja das neue Telefonierverbot im Staate New York und da muss er durchgreifen. Jetzt sind $230 sehr viel – vor allem für einen New Yorker Cabbie, der auf seiner taeglichen 12-Stunden-Schicht mit durchschnittlich $120 in der Tasche nach Hause geht.

Aber Taxifahrer in New York bescheissen auch gerne. Wenn ich mich zum Beispiel vom Flughafen nach Hause fahren lasse, dann nenne ich dem Fahre eine bestimmte Route, nämlich ueber die Williamsburg Bridge. Die ist kostenlos und so kann mir der Cabbie zusätzlich zur Flatrate von $45 Dollar nicht auch noch den bridge-toll abziehen. Das klappt immer ganz gut. Aber jedes Mal wenn wir Besuch aus Europa bekommen und unseren Gästen sagen, was sie dem Taxifahrer sagen sollen, wird beschissen. Da werden dann die teuren Passagen wie Midtown-Tunnel oder Triboro Bridge genommen und dann schön der Preis draufgeschlagen. Nicht nur Touristen werden beschissen, sondern auch Frauen. Frauen werden also in New Yorker Taxis schlecht behandelt.

Als Mann bekommt man nämlich auch immer die tollten Geschichten erzählt über die poppenden Pärchen auf dem Rücksitz für die der Cabbie dann immer ein Päckchen Kondome im Handschuhfach bereithält. Fangen die Turteltauben auf den überwiegend nächtlichen Fahren wild das knutschen an, greift der Taxifahrer ins Fach und reicht einen oder 2 Gummis nach hinten. Diese Aufmerksamkeit gibt dann meistens auch ein extra Trinkgeld. Der Cabbie freut sich, lädt das Pärchen ab, wischt kurz mal über die Rückbank und klaubt die nächsten Nachtschwärmer auf.

Und man kriegt auch Geschichten über weibliche Fahrgäste zu hören. So war dar zum Beispiel der russische Taxifahrer mit Brooklyner Akzent, der eine junge, sehr attraktive Russin von A nach B fuhr und die während der ganzen Fahrt mit ihrem Handy ein Dauertelefonat führte. Der russische Cabbie guckt kurz nach hinten, dann wieder nach vorne. Das Mädchen auf dem Rücksitz guckt auf die Taxilizenz mit dem Namen des Cabbies und denkt sich wohl er könnte sie verstehen, fragt auf Russisch zweimal „Kannst Du mich verstehen, kannst Du mich verstehen“. Er reagiert nicht, weil er sehr neugierig ist, weil er immer schon wissen wollte was sich Frauen in der Abwesenheit von Männern erzählen. Sie spricht also weiter in ihr Handy, versichert noch ihrem gegenüber, dass der Fahrer sie nicht verstehen könne, benutzt bewusst nicht das Wort „Taxi“. Sie erzählt wie sie jeden Abend einen anderen Mann kennen lernt und sich einladen lässt, wo es die besten Drogen gibt und wie gut oder schlecht ihre letzten Lover waren, dass sie vor allem auf reiche, verheiratete Männer steht, weil die sie immer verwöhnen und abends immer nach Hause müssen. Der Cabbie hat genug gehört und kurz bevor sie ihr Ziel erreichen, fragte er sie auf Russisch an welcher Straßenseite er sie denn rauslassen solle. Seinem Fahrgast soll das Handy aus der Hand gefallen sein und sie sei ohne zu zahlen aus dem Taxi getürmt. So sei ihm zwar das Fahrgeld floeten gegangen, aber das sei es ihm wert gewesen.

Fuer solche Geschichten gibt es dann aber von mir immer ein dickes Trinkgeld… « zurück

   
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