Zum ersten Mal in 25 Jahren streikt das Personal der MTA, New Yorks öffentliche Verkehrsbetriebe. Da dies schon seit ein paar Wochen befürchtet wurde, blieb das Chaos aus. Die New Yorker nehmen es gelassen, schließlich haben sie schon ganz andere Situationen gemeistert.
Um 3 Uhr morgens rief die Gewerkschaft zum Streik auf und 30.000 Mitarbeiter legten die Arbeit nieder. Die meisten New Yorker haben das erst kurz nach dem Aufstehen aus dem Radio oder Fernsehen erfahren. Diejenigen, die in Manhattan wohnen und arbeiten haben es einfach - sie können einfach laufen. Aber auch mit dem Fahrrad, auf Inlineskates oder mit dem Taxi kamen sie heute in die Arbeit. Und wieder einmal mussten alle etwas zusammenrücken: Die Taxameter wurden abgestellt und Taxifahrer war es ausnahmsweise gestattet mehrere Passagiere unterwegs aufzusammeln. Am Ende wurden die Kosten geteilt. Dafür wurde New York in 8 Zonen eingeteilt. Eine Zone kostete 10 Dollar Flat, und dann 5 Dollar für jede weitere Zone.
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| Heute geschlossen: Der U-Bahn-Eingang |
Und das ist nur ein Teil des sogenannten Contingency Plan, den die Stadt aufgestellt hat. Zwischen 5 und 11 Uhr morgens gilt die sogenannte "HOV-4" Regel, die vorschreibt das Privatautos, die aus den Aussenbezirken mit mindestens vier Leuten besetzt sein müssen oder sie werden zurückgeschickt. Die selbe Regel gilt für Fahrer, die in Manhattan südlich der 96. Strasse fahren wollen. Ausserdem waren die Madison und die Fifth Avenue komplett für den Autoverkehr gesperrt. Deswegen waren die Strassen von New York heute morgen auch nahezu ausgestorben, man fühlte wie an einem verschlafenen Sonntag Morgen, aber keineswegs wie an einem Wochentag 4 Tage vor Weihnachten.
Wieder einmal halten die New Yorker zusammen. Wildfremde Menschen teilen sich Taxis, Rollerblader und Radfahrer auf der Strasse unterhalten sich - natürlich nur über ein Thema. Und das bei klirrender Kälte von minus 10 Grad. Dafür scheint aber die Sonne den ganzen Tag und es war keine einzige Wolke in Sicht. Wenigstens etwas.